Langsam neigt sich mein mein Camino dem Ende zu.

Ich bin schon traurig und versuche einfach im hier und jetzt zu sein, wie die Tage zuvor.

Es fällt mir aber sehr schwer. 

Auf dem Weg wurde nicht nur viel gelacht, sondern auch tiefgründige und ehrliche Gespräche geführt und viel geweint.

Gemeinsam und allein. Auch das ist vollkommen ok.

Endlich hat man hier nur Zeit für sich. Das Ziel rückt immer näher.

Am Anfang vergingen die Tage total langsam und man war so beseelt, dass die Zeit langsam vorübergeht, doch je näher das Ziel rückt – umso schneller vergehen die Tage.

All die Menschen, egal ob auf dem Weg oder die Einwohner wünschen einem immer einen Buen Camino (was soll viel heißt wie „guten Jakosbweg“). 

Alle Lächeln hier und sind vollkommen zufrieden. Die Vorstellungskraft hier nicht mehr zu sein ist schwierig.

Meine letzte Etappe gehe ich mit meiner neuen Weggefährtin Liezel aus Südafrika.

Wir haben zwei Tage Spaß auf unserem Weg, lachen und weinen und teilen schöne Gespräche. 

In Santiago angekommen sind wir herzerfüllt und glücklich bis über beide Ohren. 

Wir haben es geschafft. Unglaublich! 

Als wir das erste mal vor der Kathedrale stehen, dieses Gefühl unbeschreiblich – einfach nur glücklich.

Überall nur strahlende Gesichter & eine wundervolle Atmosphäre.

Man geht einen Weg mit einem Ziel, doch letztendlich ist nicht das Ziel das Ziel, sondern der Weg.

Der Weg ist das, was uns so so berührt, was uns wachsen lässt, was uns zusammen schweisst.

Erstmal werden Bilder geschossen, umarmt, beglückwünscht, Compostela (das Zertifikat für den Camino)  abgeholt und abends gefeiert. 

Alle anderen die wir kennengelernt haben kommen auch dazu und wir verbringen noch tolle Tage in Santiago. Bis jeder von uns abreist.

Der Abschied fällt uns allen schwer. Es fließen viele Tränen.

Doch alles schöne hat auch ein Ende. Wir bleiben in Kontakt und jeder von uns weiß, dass war nicht der erste Pilgerweg den wir gehen werden.

Einmal Pilger, immer Pilger. Mal schauen wie es weiter geht. 

Bei der Abendmesse in der wunderschönen Kathedrale – kaum mit Worten zu beschreiben – hat der Pfarrer einen wunderschönen Leitsatz für uns Pilger der auf uns alle zutrifft:

„Wir kommen alle auf eine Welt und alleine müssen wir unseren Weg laufen, aber um weit zu kommen brauchen wir auch die anderen Menschen um uns herum. Auf dem Camino ist man froh allein zu sein, aber auch froh, wenn man andere Menschen trifft.“

 

 

 

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